Wenn eine Funktion
in ihrer Definition auch einen Parameter t (oder k oder noch anders benannt) enthält, schreibt man
statt
. Der Parameter sollte zunächst nicht weiter stören: Alles, was man mit „normalen” Funktionen machen kann, geht auch mit Parameterfunktionen, z. B. die Ableitung ausrechnen, etwa so:


Bei der Kurvendiskussion müsst Ihr dann aber aufpassen, weil z. B. die Existenz von Nullstellen (der Funktion oder der 1. oder 2. Ableitung) vom Parameter abhängig sein kann. Wählt man z. B. in obiger Funktion den Parameter t=0, dann hat die Ableitung
keine Nullstelle, und
damit keine Extrema.
Ein einfaches Beispiel
Betrachten wir die Funktion
, die vom Parameter
abhängt. Die Ableitung ist
und unabhängig von
, die einzige Nullstelle von
ist 0, für die zweite Ableitung gilt
. Damit hat
bei
ein Minimum — und das gilt für jeden Parameter
.
Das ist ja auch klar, denn der Graph von
ist eine Normalparabel, die um
entlang der y-Achse verschoben ist.
Zurück zum Anfangsbeispiel
Etwas komplizierter sind die Rechnungen beim Anfangsbeispiel

Sie funktionieren auch wie üblich, z. B. findet die Mitternachtsformel die Nullstellen der ersten Ableitung, die eine quadratische Funktion ist:


Auch hier müsst Ihr wieder auf den Parameter achten: Die Wurzel kann man nur für
ausrechnen, also für
oder
. Für
gibt es damit keine Nullstellen.
Um das Beispiel zu Ende zu rechnen: Die zweite Ableitung ist

Zunächst gilt allgemein, dass

Für
und für
gilt dann

womit wir bei
ein relatives Minimum und bei
ein relatives Maximum gefunden haben. Dass also (von links nach rechts betrachtet) zunächst ein Maximum (bei
) und dann ein Minimum (bei
) auftaucht, sollte auch anschaulich klar sein: Die Funktion
hat Grad 3, und vor dem x³ steht eine positive Zahl, die Funktion „kommt also von links aus dem Minus-Unendlichen und geht nach rechts ins Positiv-Unendliche”, damit muss das Maximum vor dem Minimum kommen.
Ist
, dann ist die zweite Ableitung an den Stellen
gleich 0, so dass wir dafür den Vorzeichenwechseln von
untersuchen müssen. Da in diesem Fall
gilt (doppelte Nullstelle der ersten Ableitung), ist aber direkt klar, dass es keinen Vorzeichenwechsel gibt (
berührt die x-Achse, schneidet sie also nicht). Wir haben dann also einen Terrassenpunkt (auch klar über die Suche nach Wendepunkten:
und
für alle x).
Viel Frickelei
Fazit: Tauchen Parameter in einer Funktion auf, bleiben die Aufgaben (wie Nullstellensuche, Extremwertsuche etc.) im Prinzip die gleichen — sie werden nur rechnerisch anspruchsvoller, weil z. B. die Lage von Nullstellen jetzt immer vom Parameter abhängt und oft Fallunterscheidungen nötig sind: Oben im Beispiel gibt es etwa für
weder Extrema noch Terrassenpunkte, für
einen Terrassenpunkt und für alle anderen t zwei Extrema. Aber wer „normale” Kurvendiskussion (mit Funktionen ohne Parameter) beherrscht, sollte sich auch von den kleinen „t”s nicht abschrecken lassen!
Schlagwörter: Kurvendiskussion, Parameter


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